Roadshow Tag 17: Zell am See

  • Donnerstag, 10. Juni 2021

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Liebe Generation Grundeinkommen
gestern war ein aussergewöhnlicher Tag

Wir stehen bereits in Zell am See am Panorama Camping und freuen uns über original salzburger Schnürlregen.
Er ist ein Phänomen der sich auf unserer Tour nicht an die Wettervorhersagen diverser Apps hält. Dankenswerter Weise verwandelt er sich in Sonnenschein für die Dauer unseres Infostandes am Zeller Hauptplatz. Wir stehen am Brunnen genau zwischen Bankhaus Spängler und der Bezirkshauptmannschaft. Wenig Leute, wir richten uns auf ruhige Stunden ein, aber es kommt ganz anders. Fast durchgehend lange Gespräche. Helmo redet fast eine Stunde mit einer älteren Dame, die sehr entschieden für Eigenverantwortung und dass sich jede/r sein Leben zu verdienen habe, argumentiert. Helmo gibt sich alle Mühe die Vorteile des Grundeinkommens in Vergleich zu setzen mit dem Weltbild der Dame. Sie hört interessiert zu, aber dann kommt der Zweifel an der Integrationsfähigkeit diverser Staatsbürgerschaften in Österreich, eine Art Heiligenverehrung der bestehenden Regierung und eine Reihe anderer sehr einseitiger Blickwinkel. Vielleicht ist das die letzte Zuflucht, wenn die Gründe das eigene Weltbild zu behalten bröckeln. Helmo bleibt trotzdem höflich und empfiehlt der Dame die eigene Broschüre, die sie mit dem Schlusssatz annimmt:“Ich bin nicht überzeugt von ihrer Idee, aber ich werde das studieren! Auf Wiedersehen.“

Abends erwartet uns eine besondere Veranstaltung in Bramberg. Neun Damen vom Verein Öko Kreativ laden uns zu einem Abendessen ins Samplhaus ein. Das wunderschöne Holzhaus ist über 500 Jahre alt und sehr heimelig. Am Ofen wird geheizt und ausgezeichnet für uns gekocht. Wir erhalten eine Führung von Christl, der Gastgeberin des Hauses, bevor sie und die anderen Damen uns zum Bedingungslosen Grundeinkommen hören wollen. Ein vierstündiger intensiver Austausch von Erfahrungen und Ansichten zu Arbeit, Geld und Abhängigkeit. Alle bewundern unsere Arbeit, aber auch wir sind berührt von den Geschichten, die wir hören. Eine Altenpflegerin und eine Kindergärtnerin sind am skeptischsten, ob das BGE umsetzbar wäre. Eine Lohnverrechnerin, die das halbe Jahr in Westafrika lebt, spricht am glühendsten dafür. Ein Missverständnis, dass das BGE alle Einkommen gleich mache, kann bald ausgeräumt werden. Wir schlagen keine Gleichmacherei vor, sondern Gleichberechtigung, das kommt gut an. Es dreht sich viel um die Reife für die Freiheit und warum Arbeit getan wird. Nachts spazieren wir drei beseelt zurück zu unseren Wohnmobilen. Wir haben Frauen erlebt, die friedlich sind, aber nicht harmlos. Stille Kraft, beeindruckend.

Grüße Helmo